Therapiewahn für Kleinkinder

panthermedia.net/Monkeybusiness Images

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Perfekt muss alles sein. Der Retortenapfel aus dem Supermarkt, der Haarschnitt, das Auto, der Job. Unsere Gesellschaft sieht Fehler nicht gerne, auch nicht „Fehler“ bei Menschen. Das bestätigen zum Beispiel aktuelle Zahlen der Krankenkassen. Diese zeigen, dass immer mehr Kinder therapiert werden. Logopäden, Krankengymnasten und Ergotherapeuten haben derzeit viel zu tun. Schon der kleinste Sprachfehler führt manche Eltern sofort zu Ärzten und die verschreiben anscheinend gerne und bereitwillig Therapien. Doch leider oft an die Falschen. So beklagen Therapeuten auch oft, dass Kinder, die eigentlich schon viel früher hätten kommen sollen, erst zu spät eine Therapie anfangen, was sich negativ auf einen Erfolg auswirken kann. Eine mögliche Lösung für dieses Problem kann zum Beispiel eine engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Therapeuten sein. Gemeinsam kann oft besser über die Notwendigkeit einer Therapie entschieden werden, denn vor allem die Erfahrungswerte der Therapeuten helfen dabei, die Probleme der kleinen Patienten richtig einzuschätzen. Besorgten Eltern legen Experten ans Herz, erst einmal ruhig durchzuatmen und auch nach anderen Faktoren zu suchen, die die Entwicklung ihres Kindes beeinträchtigen könnten. Oft verläuft der Alltag von Kleinkindern heutzutage zu eintönig, vor dem Fernseher. Dabei können Eltern ihre Kleinen schon durch die Einbindung in alltägliche Hausarbeit fördern und beschäftigen. So kann es Kindern große Freude bereiten, Mama und Papa zum Beispiel beim Kochen, oder Putzen zu helfen. Das ist aufregend und fördert die Ausbildung von motorischen Grundfertigkeiten. Wichtig ist zum Beispiel auch das abendliche Vorlesen, das leider oft zu kurz kommt. Für Kinder gibt es jedoch fast nichts schöneres, als vor dem Schlafen gehen zusammen mit den Eltern ein Buch zu lesen. Das hilft nicht nur bei der Sprachentwicklung, sondern fördert auch die Eltern-Kind Bindung.

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