Gewalt im Kinderzimmer

© Herby ( Herbert ) Me - Fotolia.com

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Eigentlich könnte man meinen, dass die Ohrfeige und das Versohlen von Kinderhintern inzwischen der Vergangenheit angehört. Eine repräsentative Studie mit dem Namen ‘Gewalt in der Erziehung‘, die das Meinungsforschungsinstitut Forsa und die Zeitschrift ‘Eltern’ nun durchgeführt haben, beweist aber etwas anderes.

Rund die Hälfte der Eltern in Deutschland gab an, den Nachwuchs gelegentlich oder regelmässig mit körperlicher Gewalt zur Raison zu rufen. Das geschieht aber in den meisten Fällen aus dem Effekt in Situationen, die die Eltern überfordern, und nicht aus Überzeugung. Die Menge der Eltern, die ihre Kinder schlagen, hat aber in den letzten Jahren abgenommen. Aktuell geben vier von zehn Eltern ihrem Kind einen ‘Klaps auf den Po’, wobei die recht schwammige Beschreibung Platz für Interpretationen zulässt, zehn Prozent haben ihr Kind schon einmal geohrfeigt und vier Prozent versohlen den Hintern. Diese Angaben lagen bei einer ähnlichen Studie, die vor fünf Jahren ebenfalls von Forsa durchgeführt wurde, um einige Prozentpunkte höher.

Verändert haben sich die Auslöser für die Schläge, 2006 war das meist benutzte Wort noch ‘Ungehorsam’, heute wird der Begriff ‘Unverschämt’ als Grund angeführt. Auch die Anzahl der Eltern, die sich nach der körperlichen Gewalt schuldig fühlen, ist gestiegen. Die Einsicht, dass diese Erziehungsmaßnahme eher schadet als nützt oder nichts bringt, ist gestiegen. Die Rollenbilder von damals halten sich jedoch immer noch. So sind es in der Regel Jungen, die häufiger geschlagen werden als Mädchen und es sind häufiger die Väter, die Gewalt gegen ihre Kinder anwenden.

Neben den unterschiedlichen Rollenbildern konnte auch ein geografischer Unterschied ausgemacht werden. In den neuen Bundesländern waren es 14 Prozent der Eltern, die Ohrfeigen als Erziehungsmaßnahme einsetzten, in den alten Bundesländern waren es dagegen nur 7 Prozent. Ein weiterer Trend ist, dass Einzelkinder weniger oft von Gewalt betroffen sind als Kinder, die mit Geschwistern aufwachsen.

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