Essstörungen bei Kindern

© Uwe Grötzner - Fotolia.com

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Essstörungen sind häufig bei Prominenten ein Thema, wird aber im Alltag zu selten früh genug erkannt. Vor allem bei Kindern bagatellisieren die Eltern die Probleme ihrer Sprösslinge zu oft. Wenn junge Mädchen auf ihre Figur achten wollen, muss darauf geachtet werden, dass die Grenze zur Magersucht nicht überschritten wird. Ein Forscher_innenteam der TU Dresden hat für Eltern ein Interventionsprogramm entwickelt. Dabei sollten 6000 Fragebögen in 45 Schulen beantwortet werden, allerdings kamen nur 25 Prozent der Bögen ausgefüllt zurück. Die Wissenschaftler_innen wurden von den Eltern der 148, von Anorexie gefährdeten Mädchen oft abgewimmelt oder ihnen wurde erklärt, dass es nur eine Phase sei. Auch das Robert-Koch-Institut hat in einer Befragung von 17.641 Kindern bundesweit festgestellt, dass etwa 20 Prozent der 11- bis 17jährigen unter einer Essstörung leiden. Unter den 14- bis 17jährigen Mädchen wies schon jede dritte Befragte Tendenzen zu einer Essstörung auf, bei den Jungen waren es 13,5 Prozent. Auch wenn sich also die Eltern generell um ihre Kinder sorgen, werden diese Probleme häufig zu spät erkannt, zumal Schlanksein in der Gesellschaft akzeptiert und sogar gefördert wird. Es passiert auch, dass beispielweise schlanke Mütter ihren Anspruch auf Dünnsein auf die Töchter übertragen. Die meisten Eltern sorgen sich eher, wenn die Kinder etwas dicker als die Norm sind. 

Eine Erkrankung an Bulimie ist oft schwieriger zu erkennen, denn die Jugendlichen bleiben dabei meist normalgewichtig. Eine Magersucht sollte aber leichter erkennbar sein. Ein ständiger Drang zum Perfektionismus, stetige Sorgen um die Figur und drastischer Gewichtsverlust im Vergleich zu anderen Mädchen der Altersgruppe sind Hinweise auf Anorexie. Natürlich haben nicht alle Kinder, die auf ihren Körper achten eine Essstörung, Magersucht und Bulimie sind psychische Störungen und haben viele verschiedene Ursachen. Traumata oder wenig Selbstbewusstsein oder auch ein hoher Leistungsdruck können zu solchen psychischen Erkrankungen führen.  Eltern sollten also auf das körperliche und geistige Wohlbefinden ihrer Kinder achten, denn die Familie spielt für Prävention und auch bei der Theapie eine große Rolle. 

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